Was genau steckt hinter dem Begriff der Resilienz?



Was bedeutet Resilienz?

Seit Beginn der Pandemie hat die Präsenz des Resilienzbegriffs in den Medien deutlich zugenommen. 

Die genaue Bedeutung für den Einzelnen, die Hintergründe und Zusammenhänge sind jedoch oft ebenso wenig bekannt, wie die Möglichkeiten Resilienz zu fördern. 

Dieser Blogbeitrag soll genau dazu dienen und darüber hinaus auch Missverständnisse und Irrtümer ausräumen. 


Ein sperriger Begriff voller Überraschungen

Klingt das Wort Resilienz doch sehr sperrig und abstrakt, gibt es doch eine Reihe von Bildern und Symbolen, welche die Bedeutung des Wortes sehr anschaulich machen.

Resilire, lateinisch: zurückspringen, abprallen.

So der Ursprung des Wortes. Es erinnert ein wenig an einen Gummiball. Er bewegt sich, prallt gegen den Boden, oder ein Hindernis, verformt sich und springt zurück in seine ursprüngliche Form.

Ein weiteres, oft verwendetes Bild ist ein Stehaufmännchen, welches sich unbeirrbar, immer wieder aufrichtet.

Mein Lieblingsbild zur Resilienz ist aber ein Baum, dessen Zweige tief in den Boden reichen. Stabil steht er an seinem Platz und trotzt mit seiner Flexibilität jedem Sturm. Hier zeigt sich die Widerstandskraft, die innere Stärke und Gelassenheit für mich besonders deutlich.


Eine wichtige Kompetenz in stürmischen Zeiten

Welches Bild wir auch wählen - fest steht, dass diese Flexibilität und Widerstandskraft in unseren Zeiten eine wichtige Kompetenz ist. Wir sind auf verschiedene Art und Weise herausgefordert, Veränderungen, Hindernisse und Hürden zu überwinden - und nebenbei auch noch den Alltag zu meistern. 

Die Stressbelastung ist enorm - das was uns vor einem "zu viel" schützen kann nennen wir Resilienz.


Resilienz und die Sache mit dem Säbelzahntiger

Was haben Stress und Resilienz nun genau miteinander zu tun? Da müssen wir ein wenig in unserer Menschheitsgeschichte zurückblicken.

In einer Zeit, in der unsere Vorfahren sich noch vor Säbelzahntigern und Höhlenlöwen in Sicherheit bringen mussten, hat die Evolution die im Grunde wundervolle Stressreaktion hervorgebracht. Durch sie wird unser Körper in einer Stresssituation (Säbelzahntiger kommt ums Eck) mit Power und einer Hormondusche versorgt, um blitzschnell fliehen, oder wahlweise auch kämpfen zu können. Nach der erfolgreichen Flucht war dann Zeit sich auszuruhen.

Heute gibt es keine Säbelzahntiger mehr. Jedoch halten uns Schlagzeilen, Termindruck, Telefonanrufe, Verpflichtungen, Beziehungskrisen, Inzidenzzahlen,.... in Atem. Der Körper versorgt uns mit Power, Muskelspannung, Stresshormonen - aber die Flucht, der Kampf und auch das Ausruhen bleibt oftmals aus.


Dauerbelastung und ihre Folgen


Die Folge: Stressbedingte Erkrankungen nehmen rasant zu. Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen, Verspannungen, Immunerkrankungen, sie sind nur ein paar Beispiele möglicher Folgen von einer Überbelastung auf körperlicher Ebene. Gerade auch im Bereich der Psychischen Erkrankungen gibt es seit Jahren einen Aufwärtstrend. Vor allem bei Depressionen und Angsterkrankungen sprechen die Statistiken für eine deutlichen Zuwachs in der Allgemeinbevölkerung. Der DAK Gesundheitsreport von 2021 beschreibt einen Höchststand an Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen.


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Der Lotusblumeneffekt der Resilienz

Resilienz kann Stress nicht verhindern. Ein Leben ohne Stress ist weder machbar, noch erstrebenswert. Ein gewisses Maß an Aktivierung ist sogar gesund. 

Es geht um das zu viel. Resilienz sorgt dafür, dass der Stress abperlt und nicht an uns haften bleibt. Vielleicht auch, dass wir nicht am Stress und an den Problemen haften bleiben. So gelingt es mit Resilienz zum einen, dass die Stressbelastung erst gar nicht so groß wird, zum anderen auch, dass die vollständige Erholung nach einer Krise schneller erfolgt. 

Ausschlaggebend: der Stoff, aus dem unsere Gedanken sind...

Was mich im Zusammenhang mit dem "dicken Fell", wie Resilienz auch genannt wird, immer besonders beeindruckt, ist die Rolle des eigenen Denkens und Verhaltens.

Wir Menschen denken in Geschichten. Wir leben in unserer Wirklichkeit, in unserer Vorstellung von der Welt und handeln entsprechend. Unser Selbstbild ist mächtiger, als jedes Kompliment von außen.

Das wirksamste Werkzeug, um uns in unserer Widerstandskraft zu stärken, ist das Einnehmen neuer, positiver Perspektiven.

Auf uns und auf die Welt.


Die Negativspirale durchbrechen!

Es ist ein schweres Vermächtnis aus der bereits oben erwähnten Säbelzahntiger-Zeit, dass wir uns auf Gefahren fokussieren, um zu überleben.  Überspitzt könnte man sagen, unsere Vorfahren waren die größten Angsthasen und haben deshalb überlebt. 

Noch heute sind wir darum Tag für Tag wesentlich mehr mit den Gefahren und Bedrohungen beschäftigt, als mit den positiven Seiten des Lebens. 

Genau hier liegt der Schlüssel. Wir sollten lernen TROTZ der Bedrohung und den Gefahren, den Blick immer und immer wieder AUCH auf die Schätze und Sonnenseite zu lenken. 


Stabilität gewinnen, aus der Verbindung mit dem eigenen Leben

Studien haben gezeigt, dass die erlebte Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens und Wirkens, einer der Hauptfaktoren für unser langfristiges Wohlbefinden ist. 

Um dieser Spur zu folgen, ist natürlich eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, den eigenen Stärken und Wünschen unumgänglich.

Wer bin ich -

und wofür will ich dieses Leben nutzen?

Wenn ich mich diesen Fragen stelle, bewege ich mich zu meinen Wurzeln. Diese zu stärken, bedeutet, direkt an meiner Standfestigkeit und Widerstandskraft zu arbeiten. Wenn ich weiß, was ich will und wer ich bin, verlasse ich die Opferrolle und mache mich nicht länger zum Spielball der Erwartungen von außen.

Resilienz und Stabilität finden

Achtsamkeit und Meditation als möglichen Weg erkunden

Ich erlebe in dieser Zeit eine große Sehnsucht der Menschen, genau nach diesen Wurzeln. Nicht umsonst wird Spiritualität oft als Faktor der Resilienz beschrieben. Es ist diese andere Seite des Lebens, fernab vom leisten müssen und hetzen, die uns Menschen anzieht. 

Fanden früher die Menschen Halt, Spiritualität und Gemeinschaft in der Kirche, hat diese in unserer Zeit enorm an Einfluss verloren. Die Sehnsucht bleibt.

Achtsamkeit und Meditation können hier gute Tore sein. Ich selber praktiziere seit nunmehr 20 Jahren körperzentrierte Meditation und Achtsamkeit und bin dankbar für diese Ressource in meinem Leben. 

Hier liegt aus meiner Sicht, aber auch eine große Gefahrenquelle...

Die größten Missverständnisse und Gefahren im Zusammenhang mit Resilienz - (aus meiner Sicht)


Der Esoterikmarkt boomt...

Die Menschen suchen nach Unterstützung, nach Entlastung, nach Stabilität und der spirituellen Seite des Lebens. Vor allem in Krisenzeiten. 

Der Esoterikmarkt macht in Deutschland 40 bis 50 Milliarden € Umsatz pro Jahr. Mein Lieblingsmagazin Quer hat kürzlich darüber berichtet.

Mein Aufreger der letzten Wochen war ein Angebot für die "Fernübertragung von drei göttlichen Zahlencodes" für schlappe 600 €. 

Ich verstehe es, wenn verzweifelte Menschen, nach jedem Strohalm greifen. Es ist für Laien auch nicht leicht, seriöse und unseriöse Angebote zu unterscheiden. 

Eine Frage, welche Sie vielleicht  unterstützen kann:

"Unterstützt mich das Angebot darin, meine Fähigkeiten langfristig auszubauen und  zu entwickeln, sodass ich selbständig und unabhängig von Personen, Ideologien und Formeln, an meinem Wohlbefinden arbeiten kann?"

Nichts mit Hokuspokus.

Das gilt für alle Richtungen.

Psychische Gesundheit ist kein Hokuspokus

Resilienz und Achtsamkeit werden zum Wundermittel hochstilisiert 

Wenn ich in diesem Artikel von Resilienz und Eigenverantwortung schreibe, sind meine Worte an normal gesunde Menschen mit Stressbelastung gerichtet. 

Als Psychologin im Präventionsbereich bin ich Expertin für die Gesunderhaltung von Menschen.

Ich distanziere mich von einer Sichtweise auf die Resilienz, die den Eindruck erweckt, psychisch erkrankte und z.B. schwer traumatisierte Menschen müssten einfach ein wenig mehr an sich arbeiten, um wieder Stabilität zu erlangen. Hier ist ganz klar zu differenzieren. Aus manchen Tälern des Lebens kommt man nur mit professioneller Begleitung raus.

Andererseits bedeutet Resilienz auch nicht resistent und unverwundbar zu werden.

Resilienz bedeutet nicht ausharren und still erleiden

Manchmal entsteht auch der Eindruck, Resilienz meint alles ertragen zu können und stoisch auszuhalten.

Nein. Resiliente Menschen entwickeln in sich eine Klarheit und Kraft, mit der sie sich engagieren und einsetzen für ihre Werte und Ziele. Neugierig bleiben, Neues wagen, lernen und die eigenen Stärken ausbauen und einsetzen. Und zwar für die Gemeinschaft, für das Wohl aller. DAS sind Wege zu mehr Widerstandskraft und Stabilität. 



Zusammenfassung:

Resilienz ist eine wichtige Kompetenz in unserer Zeit

Die Zeiten sind stürmisch und wir werden nicht drumherum kommen, den Blick auf unsere psychische Gesundheit zu lenken. Meine Vision ist es, dass die Menschen ebenso selbstverständlich Ihre "Resilienzmuskeln" trainieren, wie sie ins Fitnessstudio gehen, um ihren Körper fit zu halten. 

Ich freu mich über jede:n, der sich mit mir auf den Weg macht, um das Bewusstsein für die Not-wendigkeit der Selbstfürsorge zu schärfen. So darf dieser Beitrag auch Teil der Blogparade von Sara Menzel-Berger sein, die sich speziell dem Thema psychische Gesundheit im Online-Business widmet.

Resilienz trainieren

Resilienz ist eine Fähigkeit und kann trainiert werden

Im Grunde besteht da kein Unterschied. Resilienz bedeutet, neue Gedanken- und Handlungsmuster zu trainieren. Wie beim Sport geschieht das durch Wiederholung und konsequentes Üben. Am besten in guter Gesellschaft und mit einer professionellen Anleitung.

Resilienzförderung in der Glücksschmiedewerkstatt

Ich habe mich intensiv mit dem Thema Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und auf wissenschaftlicher Basis das Training GlücksschmiedePRO entwickelt. In Kombination mit Achtsamkeitsmeditation bietet es kraftvolle Werkzeuge für neue Perspektiven. 

Vielleicht darf ich auch Sie irgendwann in der Glücksschmiedewerkstatt begrüßen?

Kostenlose Achtsamkeitsübung

Ich möchte Ihnen zum Abschluss noch eine kraftvolle Übung mit auf den Weg geben. 

Sie unterstützt dabei, in kurzer Zeit aus dem Stressmodus zu kommen. Schon wenige Minuten tägliches Üben, kann zur spürbaren Entlastung führen. Ein Versuch lohnt sich!

Die Achtsamkeitsübung "Atempause" kostenlos für Sie.


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