Autorin: Petra Neumann, Netzwerk Gesundes Arbeiten e.V

Berührung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Seit einem Jahr sind wir diesbezüglich stark eingeschränkt. Was macht das mit unserer Seele?

Isolation entfacht in uns enormen Stress. Je nach Resilienz unterschiedlich schnell. Wir suchen intuitiv nach Beschwichtigungsmöglichkeiten.

Das Gefühl der Einsamkeit schüttet in unserem Körper ständig Kortisol aus und verursacht auf Dauer sogar Schmerzen. Die Gefahr von psychischen und körperlichen Erkrankungen wie Depressionen, Herzprobleme, Schlafstörungen und vieles Anderes erhöhen sich. Wir werden empfindlicher auf Lärm. Sind generell gereizter. Die Gefahr dass wir über Alkohol, übermäßige Nutzung der neuen Medien und Zucker Ausgleich suchen ist groß.

In Tests konnte nachgewiesen werden, dass persönlicher Austausch und Umarmungen uns bereits nach 48 Stunden Quarantäne fehlen und enormen Stress in uns auslösen können. Entzieht man der Testperson auch noch den Zugang zu den Social Media Kanälen oder anderen Ablenkungsmöglichkeiten, so erleiden Körper, Geist und Seele einen enormen Stress.

Es gibt kulturelle Unterschiede in Bezug auf körperliche Nähe:

Nordeuropäer möchten mehr Abstand, Südeuropäer lieben es kuscheliger.

– In der Öffentlichkeit bzw. im Freien mögen wir gerne ca. 360 cm Abstand zu fremden Personen.

– 2 Armlängen Entfernung, wenn wir im Kontakt mit Lieferanten, Kollegen, Kunden usw. sind.

– 1 Armlänge Entfernung mit Freunden und Familie,

– noch näheren Kontakt wollen wir mit eng verbundenen Personen wie Partner, Kinder, besten Freund und selbstverständlich mit unseren geliebten Haustieren.

Was also tun bei fehlender Nähe im Lockdown und Homeoffice?

Besser als gar keinen Kontakt zu haben, ist es allemal, über Videokonferenz mit unseren Freunden in Kontakt zu treten. Das erhellt nachweislich sofort die Stimmung. Ausgewogene Ernährung stärkt unser Immunsystem und stärkt uns. Körpernahe Dienstleistungen können unser völlig natürliches Bedürfnis nach Nähe stillen. Massage, Shiatsu oder einfach ein Friseurbesuch können uns dazu sehr dienlich sein. Generell gilt es, über Bewegung/Sport das Kortisol im Körper abzubauen. Regelmäßige mentale Balance z.B. durch Mental Training oder Meditation ausüben, um die Resilienz zu stärken. Und vor allem zuversichtlich in die Zukunft blicken, wo wieder viel Nähe zu den geliebten Menschen möglich ist.

Netzwerk Gesundes Arbeiten e.V.


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